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Wollte man nun den Beginn einer neuen Entwicklung mit einem einseitigen Zungenschlag versehen, dann konnte man sagen, unsere Vorfahren mussten erst durch Schaden klug werden, um überkommene Zöpfe abzuschneiden. In Wahrheit aber war auch ein gewisser Fortschritt der Technik notwendig, um den Weg für eine "Feuerwehr", wie wir sie heute als freiwillige Gemeinschaft idealistischer Männer aus der Bürgerschaft kennen, frei zu legen. Einer dieser "Wegbereiter"(natürlich unter vielen) war der Nürnberger Glockengießer Johann Christoph Schneider. Er machte sich eigene Gedanken über eine wirksamere Feuerbekämpfung und konstruierte in seiner Werkstatt eine für die damalige Zeit moderne Feuerspritze, die schließlich 1833 gebaut und von dem damaligen Hemhofener Schlossherrn Carl Winkler von Mohrenfels (1796 - 1856) nach Hemhofen gebracht wurde. Nun musste aber auch zur Bedienung eines solchen Instrumentariums eine sachkundige Mannschaft zusammengestellt werden. Dadurch wurde gleichzeitig ein erster und zugleich beachtlicher Einbruch in das bis dahin übliche Denken eines "jeder für jeden" vollzogen: Freiwillige wurden an den "Saug- und Druckspritzen" ausgebildet und damit auch für den Einsatz im Ernstfalle vorbereitet. So standen nun "geschulte Mannschaften" im Notfalle zur Verfügung.
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Dies alles geschah in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Deshalb ist die Geschichte der bayrischen Feuerwehren im Grunde genommen relativ jung. Als man nämlich am 20.August 1859 die Gründung der noch heute bestehenden Wehr im oberbayrischen Traunstein vollzogen, pries man diesen Vorgang weithin als "gutes Beispiel eines der ersten Feuerwehren in Bayern". Im gesamten bayrischen Königreich war es die vierte Gründung dieser Art. In Hemhofen schlug die Geburtstunde der "Freiwilligen Feuerwehr" am 16.April 1873. Ludwig Prell war ihr erster Kommandant. Gab es in Hemhofen einen Anlass zu feiern oder aber auch zu trauern, so sah man den ersten Mann der Wehr in Hemhofen "mit Roßhaarbusch am Helm" einherschreiten. Auch seine Wehrmänner brauchten nicht lange auf ihre "Dienstkleidung" zu warten. In ihren Uniformen - die sogenannten "Chargirten" trugen Stoffhelme - belebten sie alsbald das Hemhofener Straßenbild. Zu den Beschlüssen, die Hemhofens Wehrleute einstimmig fassten, gehörte auch jener, der bestimme, "jedes Jahr ein Stiftungsfest abzuhalten". Damit sollte der Zusammenhang im Verein gestärkt werden.
Wollte nun ein junger Mann Mitglied der angesehenen Feuerwehrgruppe werden, so musste von den Verantwortlichen -laut Statuten -erst geprüft werden, ob der Bewerber einen unbescholtenen Ruf und das achtzehnte Lebensjahr vollendet hatte. Wurde er schließlich in den Kreis der Wehrleute aufgenommen, so hatte er die angekündigten Dienstzeiten einzuhalten und sein Verhalten so einzurichten, dass dem Ansehen der Wehr kein Schaden zugefügt wurde. Hielt sich dennoch ein Mitglied nicht an diese Forderungen, so musste er sich vom Vorstand des Vereins "dreimal rügen" lassen. Fiel solches auf unfruchtbaren Boden, war der "Vereinsausschuss fällig". Berichtet wird ferner, dass um die Jahrhundertwende die Schneidermeister Andreas Hagen und Andraes Lang die Dienströcke "schneidern und die Kittel ausbessern" durften, die Kapelle Frank aus Röttenbach für 30 DM die Stiftungsfeste musikalisch umrahmte und dass die Sitzung der Wehrmänner immer mit einem "schneidigen Hoch auf den König oder Prinzregenten von Bayern" zu enden hatten. Bis zum Jahre 1918 mussten Hemhofens Wehrleute in 16 Fällen Löschhilfe leisten. Dabei hatten sie größtenteils ihre Einsätze in den Nachbarorten zu absolvieren. "Eigene Brände" gab es 1878 bei Barbara Batz, 1881 bei Peter Kittler und 1884 bei Konrad Kießling zu löschen. 1885 konnte Vorstand Johann Grau sogar die Wehrmänner am "eigenen Objekt" testen; er rief sie lautstark zu seinem Anwesen, denn beim Vorstand brannte es! Am 18. August 1918 schlugen aus dem Stadel von Konrad Haag die Flammen und 1955 brannte die Schlossscheune lichterloh. Ihr folgten vor einigen Jahren die Scheunen von Hans Sänger, Georg Bräun und Peter Nagengast. Auch Michael Weidmann und Alfons Seeberger (Strohlager) nahmen die Hilfe der Wehr in Anspruch.